Sprache des Überlebens

Es gibt Momente im Leben, da fallen wir mehr oder weniger unvermittelt in unsere Überlebenssprache zurück.

Dazu zählen z.B. lebensgefährliche oder existenzbedrohende Situationen.

Diese Sprache kennzeichnet die Grundlage unseres Menschseins und ist nicht wegzudenken, denn uns allen kann es passieren, dass wir in solche Situationen kommen und uns Hilfe holen müssen.

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Woran erkennen wir diese Sprache?

Du erkennst diese Sprache daran, dass jemand über sein pures Überleben spricht.

"Ich weiß nicht, wie ich etwas zu Essen auf den Tisch bringen soll."

"Ich weiß nicht, wie ich nächsten Monat meine Miete bezahlen soll."

"Ich war in Panik und konnte mich nicht mehr bewegen!"

"Ich weiß einfach nicht mehr weiter."

Wenn Menschen solche Sätze sagen, sind wir als Gegenüber, vor allem wenn wir nicht in der gleichen Situation sind, gerne versucht, etwas zu sagen wie: "Alles wird gut." oder "Du musst nur daran glauben, dann...", etc.

Wir stellen uns über den anderen. Gut gemeint natürlich.

In der Regeln kommt das nicht wirklich so gut an (außer der andere hat ausdrücklich um Aufmunterung gebeten) oder der andere versteckt aus Scham seine Reaktion darauf und lächelt.

Dann geht er los und sucht sich Gleichgesinnte. Menschen, die ihn wirklich verstehen, weil sie auch genau an diesem Punkt sind und die gleiche Sprache sprechen.

Wie geht die Integration?

Wenn es Dein Ziel ist, mit diesem Menschen wirklich in Kontakt zu treten, ist die Lösung: Mitgefühl.

Das klingt so simpel, aber:

  1. es ist oft gar nicht so einfach, erst einmal keine Lösung anzubieten und die eigenen Gedanken zurückzustellen.
  2. Mitgefühl ist heute tatsächlich oft verpönt, im Sinne von: Was hilft es meinem Gegenüber, wenn ich mitleide?

Mitfühlen und Mitleiden ist natürlich ein Unterschied. Trotzdem bestehen heute viele hochspirituelle Menschen darauf, dass sie sich von solchen negativen Energien nicht runterziehen lassen wollen. Der Effekt ist oft, dass sie keine Bereitschaft mehr haben, die Sprache des Überlebens mit anderen zu sprechen.

Die Lösung hierfür ist Demut.

Demut vor dem Leben, das uns alle hier und da hart treffen kann.

Demut davor, dass nicht alle Menschen die gleiche Kraft in sich haben.

 

Wenn wir einerseits lernen, dass die Sprache des Überlebens auch ein Teil von uns ist und andererseits, dass wir nicht bedroht sind, wenn unserer Gegenüber gerade diese Sprache spricht, dann können wir wirklich für andere da sein, der Welt Mitgefühl und Wärme geben... und auch selbst davon profitieren.

Wenn Du mehr dazu lernen bzw. die Sprache üben willst, empfehle ich Dir den Kurs "Berührend schreiben lernen", den Du im Kursbereich findest. In diesem Kurs kannst Du anhand einer Reise durch die 6 Bewusstseinsebenen jede Sprache mit einer Schreibübung vertiefen.